„Familien.leben“ ist das zweite meiner fünf Hauptthemen. Aber was ist „Familie“ überhaupt? Es ist natürlich mehr als klassisch „Vater-Mutter-Kind“. Großeltern, Schwiegereltern, Geschwister, Tante, Onkel, Lebenspartner*in – all das ist auch Familie. Dieses soziale Bündnis ist unser Rückhalt – dies gilt es zu stärken und zu leben. Wir erleben gerade in dieser Ausnahmezeit, wie wichtig auch der familiäre Zusammenhalt ist – er ist die Basis der Gesellschaft. Dafür möchte ich als Bürgermeister unserer Stadt die Voraussetzungen schaffen.

Grundstücksvergabe

Sie kennen das aktuelle Vergabeverfahren sicherlich.

Ich betone ausdrücklich, dass ich ein nachvollziehbares, rechtssicheres und gerechtes Verfahren sehr begrüße. Nach jetzigem Stand allerdings werden alle Bewerber*innen, die sich für ein städtisches Grundstück bewerben, in denselben Lostopf geworfen. Abgesehen von der Tatsache, dass für die Teilnahme am Losverfahren eine nicht unerhebliche und in meinen Augen nicht notwendige Summe als „Teilnahmegebühr“  aufzubringen ist, werden langjährige Ortsansässigkeit u.v.m. hierbei vollkommen unberücksichtigt gelassen. So kann es passieren, dass bei einer Verlosung von Grundstücken ausschließlich externe Bewerber zum Zug kommen.

Wieso ist es so wichtig, dies zu ändern? Spielen wir das Szenario einmal konkret durch. Ein junges Paar, beide familiär verwurzelt in Bedburg und berufstätig, die Eltern und Großeltern leben hier. Beide Partner engagieren sich ehrenamtlich aktiv, ein Kind geht bereits in einen örtlichen Kindergarten und sie planen nun zu bauen. Bei der Suche nach einem Grundstück spielt für viele auch das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ eine Rolle – wie passt das zusammen?

Oft betreuen auch die eigenen Eltern ihr Enkelkind, während die Eltern arbeiten. Kurze Bring- und Abholwege sind da sicherlich von Vorteil - es ist deutlich einfacher, wenn die (Groß)Eltern mal eben um die Ecke wohnen. Einige Jahre später wendet sich das Blatt – neben der beruflichen Tätigkeit benötigen plötzlich die eigenen Eltern Hilfe und Unterstützung im Alltag. Daneben sind viele junge Bedburger*innen in Sport-, Karnevals, Schützen- oder anderen Vereinen oder Organisationen aktiv und fördern durch ihr Ehrenamt in erheblichem Maße unser Zusammenleben. Bei einem Wegzug aus Bedburg ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese jungen Menschen sich in ihrer „neuen Heimat“ engagieren und man sich aus den Bedburger Vereinen zurückzieht.

Mit einer CDU Mehrheit im Stadtrat werde ich mich für ein rechtssicheres Vergabeverfahren einsetzen, bei dem Sie, liebe Bedburger*innen, wieder die Erste Geige spielen. Ihre Interessen sind meine Aufgaben.

Und damit meine ich keinesfalls, dass nicht auch externe Bewerber die Möglichkeit bekommen sollen und müssen, hier ein Grundstück zu erwerben. Ich bin aber der Auffassung, dass Bedburger Bürger*innen bei der Vergabe von städtischen Grundstücken in im Rahmen eines rechtssicheren und differenzierenden Einheimischenmodells besondere Berücksichtigung finden sollen.  

 

Flexible Betreuungszeiten

Wissen Sie, wie viele Menschen im Schicht- und Wechseldienst arbeiten ? Etwa jede(r) Siebte. Insbesondere für diese Menschen ist es wichtig, verlässliche und auch flexible Betreuungsangebote in ihrer Stadt zu haben. Auch das ist ein Baustein bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Zahl der alleinerziehenden Erwerbstätigen steigt und eine Stadt muss sich den geänderten gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen.

Die CDU Bedburg hat, wie auch andere Fraktionen, einen Antrag für flexiblere Betreuungszeiten in den städtischen Kindertageseinrichtungen gestellt. Mir ist es wichtig, dass eine solches Angebot kommunalpolitisch auf einen breiten Konsens stößt.

Die Stadt Bedburg wird in einer zweijährigen Projektphase den Bedarf für eine ihrer Kitas ermitteln und Betreuungsangebote außerhalb der „normalen“ Zeiten anbieten. Hierzu habe ich/haben wir bereits vor einigen Wochen berichtet.

Ich werde mich auch in  Zukunft dafür einsetzen, dass wir in Bedburg ein breites, dem Bedarf angepasstes Betreuungsangebot an Kindertageseinrichtungen sowie Tagesmüttern und -vätern haben, um Ihnen, liebe Bedburger*innen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Wie im Einspielvideo angedeutet, ist es seit Jahren gelebte Praxis meiner Frau und mir, unsere Berufe und Familie durch beidseitige Teilzeitmodelle, Betreuungsangebote und Organisationsgeschick unter einen Hut zu kriegen. Je besser das städtische Angebot wird, desto entspannter sind Sie – die Bedburger Familien. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass es für ein solches Angebot mehr Personal bedarf. Das Mehr an Betreuungsangeboten darf und wird nicht zu Lasten des bereits vorhandenen Personals gehen. Ebenso wichtig ist mir dabei die Qualität der Betreuung (damit ist NICHT die Qualität des hervorragend ausgebildeten Personals gemeint). Hier ist in den vergangenen Jahren – vor allem an den offenen Ganztagsgrundschulen – schon einiges passiert. Aber auch hier ist noch viel Luft nach oben und auch hier werde ich mich für eine stetige Verbesserung einsetzen.

 

Vereine, Freizeit und Kultur

Sie sollen ihre Familie leben können. Dazu zählt auch, dass Ihnen ein abwechslungsreiches und intaktes Vereins- und Kulturleben in der Stadt angeboten wird mit Freizeitmöglichkeiten für möglichst alle Altersgruppen.

Mit dem Spielplatzkonzept geht die Stadt Bedburg aus meiner Sicht den richtigen Weg. In der „Bedburger Schweiz“ sowie in Alt-Kaster wurden zwei wirklich schöne Spielplätze für unsere Kleinsten geschaffen. Vergessen wir aber hier nicht die Außenstadtteile – auch dort leben Familien mit Kindern, die gerne rutschen, klettern, buddeln und toben möchten.

Unser Freibad gehört zu Bedburg. Punkt. Klar ist auch, dass der Unterhalt eines solchen Bades immer mit teilweise erheblichen Kosten für die Stadt verbunden ist – gewinnbringende Freibäder gibt es nicht. Somit wird ein solcher Haushaltsposten in regelmäßigen Abständen diskutiert. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass wir in Bedburg ein Freibad unterhalten können. Ich werde den erneuten Versuch unternehmen, eine Lösung für die Parkplatzsituation rund um unser Freibad zu finden. Insbesondere in den heißen Sommerwochen ist die Situation für Anwohner und Unternehmer in diesem Bereich nicht zufriedenstellend.

Unsere Stadt hat ein vorbildliches Vereinsleben. Ob im Sport, Brauchtum, karitativen oder anderen gesellschaftlichen Bereichen – unser Vereinsleben ist intakt und lebt. Dies zu erhalten und weiter zu fördern ist auch Aufgabe der Stadtverwaltung. Schnelle, unbürokratische Hilfe, finanzielle Unterstützung sowie die Aufmerksamkeit der kompletten Kommunalpolitik haben sich unsere Vereine verdient. Ob großer oder kleiner Verein, ob Fußball oder Angeln, ob Schützen oder Karnevalisten, ob Vogelzucht oder Gartenvereine, ob Pfadfinder oder Geschichtsfreunde, ob Theatergruppen oder Chöre - alle Vereine verdienen den gleichen Respekt und Aufmerksamkeit.

Unser familiäres Zusammenleben in unserem Städtchen liegt mir sehr am Herzen. Dabei ist es wichtig, die Bedürfnisse der Generationen festzustellen, darüber zu sprechen und gemeinsame Lösungen zu finden.

Als Bürgermeister werde ich sowohl einen Jugend- als auch einen Seniorenrat ins Leben rufen. Der regelmäßige konstruktive Austausch mit den Generationen steht auf meiner Agenda der nächsten Jahre weit oben. Die unterschiedlichen Interessen dieser Generationen müssen wir gleich gewichten und in unsere politischen Entscheidungen einfließen lassen. Ob attraktive Treffpunkte für die Jungen oder gemütliche Sitzgelegenheiten im Stadtgebiet für die Älteren – beides im Einklang ist wichtig.

Zu einer intakten Gesellschaft gehört auch ein breites, kulturelles Angebot. Mit mir als Bürgermeister werden wir in Bedburg unser kulturelles Angebot weiter ausbauen und lokale Künstler*innen unterstützen. Kultur ist vielseitig: Musik, Theater, Kunst, Lesungen. Mir ist es aber auch wichtig, die vielen Menschen mit Wurzeln anderer Kulturen intensiver in unser Zusammenleben einzubinden, deren Kultur kennenzulernen und gemeinsam unser schönes Bedburg zu gestalten. Wir sind eine Stadt mit vielen Kulturen.

Ich bringe es auf den Punkt und werde mich einsetzen:

  • für ein rechtssicheres Grundstücksvergabeverfahren, in dem unsere Bedburger Bewerber*innen wieder eine Zukunft in unserer Stadt haben
  • für bedarfsangepasste und flexible Betreuungszeiten für Kinder
  • für die Stärkung unseres Bedburger Vereinslebens und den Ausbau generationenübergreifender Freizeitangebote
  • für die Einrichtung eines Jugend- und Seniorenrates zur Wahrung deren Interessen
  • für den Ausbau eines interkulturellen Angebotes in unserer Stadt
Lassen Sie uns Familien leben. Ich freue mich über Ihre Anmerkungen, Fragen und Ideen. Sprechen Sie mich einfach an.



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