Was ist los in unserer Gesellschaft ?

Ein Kommentar

26.02.2020


Die jecken Tage sind vorbei. Wir haben in unserer Stadt fröhlich und ausgelassen gefeiert.
Doch stellt sich die Frage: Was ist los in unserer Gesellschaft ?

Genau vor einer Woche werden zehn unschuldige Menschen von einem offensichtlich rechtsradikalen Täter ermordet, bevor dieser sich selbst richtete.
„Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist, mir all, mir sin nur Minsche, vor‘m Herjott simmer glich“. Menschen werden ermordet, weil sie nicht in das kranke Bild eines Täters und seiner Brandstifter passen. Es sind nicht die ersten Opfer, es werden wahrscheinlich nicht die letzten sein.

Im hessischen Volkmarsen fährt ein junger Mann, offenbar unter Tötungsvorsatz, in eine feiernde und fröhliche Menschenmenge und verletzt mehr als 60 Menschen, teils schwer.
Nur durch Glück kam hier niemand ums Leben. Opfer sind unschuldige Karnevalisten, Kinder, Mütter und Väter, Männer und Frauen. Sie wollten nur Spaß haben.

Irgendetwas stimmt nicht mehr in unserer Gesellschaft, sie ist nicht mehr im Gleichgewicht. Missgunst, Respektlosigkeit und Aggressivität scheinen in unseren Alltag Einzug gefunden haben. Wir alle müssen gegensteuern. Wir alle sollten anfangen, Druck vom Kessel zu nehmen. Es ist nicht schwer, mit einem Lächeln durch den Tag zu gehen. Es ist nicht schwer, jemanden mit einem freundlichen „Guten Morgen“ zu begrüßen. Es ist nicht schwer, im Straßenverkehr einem anderen den Vorrang zu lassen. Es ist nicht schwer, seinen Nachbar zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Es ist nicht schwer, sich einfach mal einen überflüssigen und provokativen Kommentar bei Facebook zu verkneifen.

Immer nach solchen Ereignissen ist die Trauer und Empörung groß. Es liegt an jedem von uns, gegenzusteuern und in seinem eigenen, kleinen Orbit damit zu beginnen.

Wir sind im Wahljahr und viele von uns erinnern sich noch an die letzte Kommunalwahl 2014. Das, was dort, insbesondere in den diversen Facebookgruppen, geschrieben und von sich gegeben wurde, möchte hier niemand mehr lesen. „Mir all, mir sin nur Minsche, die ed jood mit Bebber meene“. Lasst den Hass und die Hetze weg. Wir können und werden uns in der Sache streiten, auch mal schärfer. Aber das alles ist ohne persönliche Angriffe, Beleidigungen und Hetze möglich. Das sollten sich alle auf die (Partei-/Vereins-)Fahnen schreiben.

In diesem Sinne.